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aus Zeitschrift für Verkehrserziehung 3/10
mit freundlicher Genehmigung des
Verlages Heinrich Vogel in der Springer Fachmedien München GmbH.
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Sicher zur Schule
Für viele Kinder in
Deutschland
beginnt in diesen Tage mit ihrer
Einschulung der Ernst des
Lebens. Und sich wenn die Erstklässler morgens aufmachen, sind
die
Eltern oft besorgt. Zu Recht,
denn im
Straßenverkehr lauern Gefahren.
Laut der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK)
verunglücken pro Schultag durchschnittlich rund 600 Kinder im
Straßenverkehr. Um die Gefahren möglichst klein zu halten,
können Eltern einiges tun. Eine Vermeidungsstrategie zu fahren,
indem man die Kleinen einfach mit dem Auto in die
Schule fährt, ist für die
meisten Verkehrsexperten aber nicht der Königsweg. Die
Kinder sollten dahin geführt
werden, den Weg selbstständig zu meistern. Dabei gilt: der beste
Schulweg ist nicht unbedingt der kürzeste.
Den sichersten Weg wählen
Die Vorbereitung auf den Schulstart sollte schon lange vor der
Einschulung beginnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass
Erstklässler oft noch gar nichts von Dingen wie Verkehrsregeln
wissen. Zu den Aufgaben der Eltern zählt daher, den sichersten
Weg zur Schule zu ermitteln, so die Deutsche Verkehrswacht (DVW)
in Bonn. Eltern gehen den Weg am besten mehrmals mit ihren
Kindern ab. Dabei sollten sie die Bedeutung von Verkehrszeichen
erläutern und erklären, wie mit einem Druckknopf gesteuerte
Fußgängerampeln funktionieren.
Korrekte Verhaltensweisen erläutern
Das Alter der Kinder ist dabei immer zu berücksichtigen. Laut
dem Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt am Main
entwickelt sich ein echtes Gefahrenbewusstsein erst im Alter von
acht oder neun Jahren. Für einen Erstklässler können ständige
Hinweise auf Gefahren daher eher eine Art "Merk-Ballast" sein.
Statt nur auf mögliche Fehler aufmerksam zu machen, kann es
hilfreicher sein, die korrekten Verhaltensweisen zu erläutern.
Das Kind lernt dadurch die positiven und richtigen Dinge. Also
nicht nur davor warnen, blindlings auf die Straße zu rennen,
sondern klare Merksätze vermitteln wie: "An der Straße schaue
ich immer rechts-links-rechts" oder "Ich gehe nur auf dem
abgesprochenen Schulweg".
Genügend Zeit einplanen
Bei der Wahl des Weges sollten Eltern außerdem darauf achten,
wie und wo sich die Straßen am sichersten überqueren lassen.
Eine Route mit Ampeln, Zebrastreifen und Mittelinseln ermöglicht
sichere Wechsel. Zudem sollten diese Bereiche übersichtlich
sein. Auf keinen Fall darf auf dem Schulweg Hektik aufkommen -
die erhöht das Unfallrisiko. Denn wenn es schnell gehen muss,
werden die korrekten Verhaltensweisen gerne vergessen. Deshalb
ist es auch wichtig, dass am Morgen genügend Zeit eingeplant
ist, damit das Kind in Ruhe aufstehen und frühstücken kann und
anschließend noch ein Zeitpolster hat, um rechtzeitig zum
Unterrichtsbeginn den Klassenraum zu erreichen.
Moderne Kleidung und Reflektoren
Nicht zu unterschätzen sind Möglichkeiten, die passive
Sicherheit zu erhöhen. Es sollte zum Beispiel nicht der alte
Ranzen aus dem Familienbesitz genutzt werden. Der Deutsche
Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn rät zu moderner Kleidung
und einer modernen Schultasche mit Reflektoren. Diese sorgen
dafür, dass andere Verkehrsteilnehmer ein Kind frühzeitig
erkennen. Das ist vor allem in den Herbst- und Wintermonaten
wichtig, wenn der Schulweg in der Dämmerung zurückgelegt wird.
Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln
Ist die Schule nur mit dem Bus oder der Bahn erreichbar, ergibt
sich daraus zusätzlicher Übungsbedarf. Die Kinder müssen lernen,
wo sie an der Haltestelle gefahrlos warten können. Außerdem
müssen sie verinnerlichen, wie sie sich beim Einsteigen richtig
verhalten und dass sie beim Verlassen des Busses oder Waggons
nicht wild drauflos rennen dürfen. Ein Fahrrad verringert zwar
die benötigte Zeit für den Schulweg, ist aber für Erstklässler
noch nicht geeignet. Der DVR rät, das Kind nicht vor Absolvieren
der Fahrradprüfung und des Verkehrsunterrichts mit dem Rad zur
Schule fahren zu lassen.
Keine Vermeidungsstrategie fahren
Es sind aber nicht nur die Kinder, die auf dem Schulweg Fehler
machen können. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) weist darauf
hin, dass im Jahre 2009 40 Prozent aller im Straßenverkehr
getöteten Kinder in einem Pkw ums Leben kamen. Dem VCD zufolge
sind Eltern, die ihre Kinder morgens mit dem Auto zur Schule
bringen, oft angespannt. Dadurch gefährdeten sie den
Straßenverkehr, die Kinder und sich selbst. Je weniger Autos
hingegen auf den Straßen unterwegs seien, desto sicherer werde
auch der Schulweg, so die Verkehrsexperten.
"Laufbusse" einrichten
Um für mehr Sicherheit zu sorgen, ist auch das sogenannte
Laufbus-Modell geeignet. Laufbusse bestehen aus einer Gruppe von
Erstklässlern, die zusammen zur Schule gehen. Der "Bus" steuert
dabei nach einem festgelegten "Fahrplan" Sammelpunkte an, wo
sich weitere Kinder der Gruppe anschließen können. Der Vorteil
dieses Modells: nur ein bis zwei Erwachsene müssen den Bus
begleiten und auch nur so lange, bis die Kinder erkennbar sicher
genug sind den Weg allein zu meistern. Wenn sich die Eltern der
ABC-Schützen gut absprechen, verringert sich die zeitliche
Belastung der einzelnen Erziehungsberechtigten natürlich
erheblich. Eltern müssen vielleicht noch alle 14 Tage den
Laufbus begleiten, statt jeden morgen gemeinsam mit dem
Sprössling zur Schule zu gehen.
gelesen im Internet am 24.09.2010
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Frisieren ist
kein
Kavaliersdelikt
Die Unfälle mit Rollern oder Mofas, deren PS-Leistung
g e s t e i g e r t wurde, bzw. an denen sicherheitsrelevante
Teile verändert wurden, nehmen stark zu. Grund genug für die
Verkehrspädagogen und Polizeibeamte, junge Leute eindringlich auf
das hinzuweisen, was in solchen Fällen auf sie zukommen kann.
Die Angst, bei langsamer Fahrt, von leistungsstärkeren und schnelleren
Fahrzeugen ohne ausreichenden Sicherheitsabstand überholt zu werden,
gepaart mit jugendlichem Leichtsinn, alterstypischem Imponiergehabe und
Risikobereitschaft bereiten den Weg zu strafbaren Handlungen.
Jugendliche zahlen immer öfter einen hohen Preis für den Wunsch nach
Mobilität und Schnelligkeit, in dem sie ihren fahrbaren Untersatz in
verbotener Art und Weise manipulieren.
Von der Polizei nach teils atemberaubenden Verfolgungsjagden ermittelte
Geschwindigkeiten bis zu 150 km/h sind keine Seltenheit.
Die meisten dieser Jugendlichen im Alter ab 15 Jahren sind im
Besitz einer Mofa-Prüfbescheinigung und dürfen Mofas, also einspurige,
einsitzige Fahrräder mit Hilfsmotor - auch ohne Tretkurbel führen, wenn
die Bauart Gewähr dafür bietet, dass die Höchstgeschwindigkeit auf
ebener Fahrbahn nicht mehr als 25 km/h beträgt (§ 4
Fahrerlaubnisverordnung (FeV)Ab 16 Jahren und im Besitz eines
Führerscheines der Klasse M dürfen sie mit zweirädrigen Kraftfahrzeugen
mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht
mehr als 45 km/h und einer elektrischen Antriebsmaschine oder einem
Verbrennungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 ccm fahren (§
6 FeV). Dies ist vielen offensichtlich zu langsam. Beobachtungen der
Jugendgerichtshilfe und Überprüfungen der Polizei lassen den Schluss zu,
dass der überwiegende Teil der Mofas und Klasse M-Roller im frisierten
Zustand durch die Straßen fährt oder rast.
Jugendliche unterschätzen die sich hieraus ergebenden Gefahren. Ihre
Eltern sind meist unwissende oder verharmlosen dieses Problem. Auch
Händlern kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Verantwortung zu,
die nach Beobachtungen vieler Eltern häufig nicht in ausreichender Form
wahrgenommen wird.
Durch die verbotenen Manipulationen an den Zweirädern erlischt die
Betriebserlaubnis, wenn:
1. die in der Betriebserlaubnis genehmigte Fahrzeugart verändert wird.
Das ist z. B bereits der Fall, wenn an dem Mofa
eine Doppelsitzbank montiert ist, bzw. mit
diesem Kfz. eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 25 km/h erzielt
werden kann.
2. eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist.
Hier reicht bereits die Montage von nicht
genehmigten Beleuchtungseinrichtungen bzw.
die Veränderung von genehmigten Beleuchtungseinrichtungen aus.
3. das Abgas oder Geräuschverhalten verschlechtert wird, ganz gleich ob
Veränderungen
am Motor oder an der Schalldämpferanlage vorgenommen werden (§ 19
Straßen-
verkehrszulassungsverordnung (StVZO).
Wer mit einem solchen Fahrzeug fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit
(Fahren ohne Betriebserlaubnis), die mit Bußgeld und Punkten bedroht
ist.
Da dieses Fahrzeug nicht mehr der Eintragung im Versicherungsnachweis
entspricht, erlischt der Versicherungsschutz für dieses Fahrzeug. Somit
liegt eine Straftat gem. § 6 Pflichtversicherungsgesetz (PfversG) vor.
Weiterhin sind die jungen Fahrer häufig nicht im Besitz der für die
geänderte Fahrzeugart notwendigen erforderlichen Fahrerlaubnis. Sie
begehen somit eine weitere Straftat (Fahren ohne Fahrerlaubnis) gemäß §
21 Straßenverkehrsgesetz. Es erfolgt eine Strafanzeige, die im
günstigsten Fall mit der Teilnahme an einem Verkehrsunterricht und der
Verfahrenseinstellung durch die Staatsanwaltschaft endet. Im
schlimmeren- und Wiederholungsfall, und diese Fälle nehmen rasant zu,
kommt es jedoch zu einem Verfahren vor dem Jugendrichter mit
Verurteilungen zu teils hohen Arbeitsauflagen (Sozialstunden) bis hin
zur Verhängung von Jugendarresten bei besonders hartnäckigen jungen
Fahrern. Hinzu kommen 7 Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei
und möglicherweise eine Sperrfrist für die Erlangung des „großen“
Führerscheines.
Wer mit frisierten Mofas oder Roller unterwegs ist, gefährdet die
Verkehrssicherheit, also sich und andere. Viele Jugendliche bedenken
nicht, dass ihr Fahrzeug nach einer technischen Manipulation zwar
deutlich schneller ist, die Bremsen, die Reifen bzw. das Fahrwerk jedoch
nur für die eine geringere Geschwindigkeit ausgelegt sind. Ist eine
Vollbremsung notwendig, ist das Fahrzeug ebenso überfordert, wie der
junge Fahrer.
Schwere Unfallfolgen sind programmiert. Wer so einen Unfall verursacht
oder darin verwickelt wird, kann nicht mit Deckung des Schadens durch
die Versicherung rechnen.
Bernd Albers
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Die Lebensgestaltung von
Jugendlichen ist durch ihre Mobilität geprägt. Das Fahrrad
gewinnt nach dem Wechsel auf weiterführende Schulen ebenso
an Bedeutung wie Busse und Bahnen. Inline-Skaten und andere
Trendsportarten üben große Faszination aus. Die wachsende
Mobilität eröffnet Teenagern neue Chancen und Perspektiven,
ist aber auch mit Risiken verbunden. Die steigende
Unfallgefahr von Kindern ab 10 Jahren ist vorwiegend auf
altersspezifisches Risikoverhalten zurückzuführen. Am Ende
der Sekundarstufe I beginnt mit dem Mofakurs für viele
Schüler die motorisierte Verkehrsteilnahme.
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Unterschiedliche Gefahrenexposition von Jungen und
Mädchen
In der Pubertät (11 bis 15 Jahre)
neigen Jugendliche verstärkt zu Regelverletzungen
und riskantem Verhalten. Besonders Jungen suchen -
stärker als Mädchen - Abenteuer und Risiko.
Selbstüberschätzung ist dabei häufiger die Ursache
für unfallträchtiges Verhalten als Wissensmangel.
Gefahren werden ignoriert oder üben sogar eine
starke Anziehungskraft aus, um die eigenen Grenzen
zu testen. Mutproben und Imponiergehabe führen fast
zwangsläufig zu Unfällen in Freizeit und Verkehr. In
hohem Maße gefährdet sind Jugendliche, die mehr
emotional als rational handeln und ein großes
subjektives Sicherheitsgefühl besitzen. Auch
geringes Selbstwertgefühl wird gerne durch
Heldenposen auf Skates oder dem Mountainbike
kompensiert.
Hieraus ergeben sich spezifische
Anforderungen an Schule und Elternhaus. Die
alleinige Vermittlung von Regeln erhöht die
Verkehrssicherheit von Jugendlichen nicht. Vielmehr
muss das eigenverantwortliche Handeln der Schüler
gestärkt werden, indem sie lernen, sich als Teil des
gesamten Verkehrsgeschehens zu begreifen.
Mobilitätsbildung in der Sekundarstufe I
Da Verkehrserziehung kein separates
Fach mit eigenem Lehrplan und fest umrissener
Stundenzahl ist, hat sie in den Klassen 5 bis 10 einen
schweren Stand. Die von der Kultusministerkonferenz für
die Jahrgangsstufen 5 und 9 vorgesehenen rund 20 Stunden
und für die Klassen 6, 7, 8 und 10 je etwa 10 Stunden
pro Jahr sind bis heute in den meisten Fällen ein
frommer Wunsch geblieben. Andererseits bietet kaum ein
anderer Unterrichtsgegenstand so viel primäre Anschauung
wie Verkehrsunterricht. Das wachsende Interesse der
Jugendlichen an sozialen, ökologischen, ökonomischen und
technischen Problemen spricht ebenfalls für eine
stärkere Beschäftigung mit Fragen moderner Mobilität.
Thematische Schwerpunkte sind Rad-
und Mofafahren, Inline-Skaten, Verkehrsmittelwahl, Busse
und Bahnen (Vandalismus, Aggression im Schulbus,
Gefahrenpunkte) sowie rechtliche, medizinische,
psychologische und technische Aspekte der
Verkehrsteilnahme. Manche Inhalte lassen sich in den
Fachunterricht integrieren: Fragen der Beschleunigung in
den Physikunterricht, Themen zu Eigenverantwortung und
Regelbefolgung können in Deutsch, Religion oder
Sozialkunde angesprochen werden. Andere Fragestellungen
sind so komplex, dass sich eine zeitgleiche Behandlung
in zwei oder mehr Fächern anbietet.
Besonders fächerverbindender und
Projektunterricht eignet sich gut für übergreifende
Fragestellungen. Die Schüler sind mehr gefordert als im
normalen Schulalltag. Zudem erlauben Projekte eine
intensivere Beschäftigung mit Inhalten, da der übliche
45-Minuten-Rhythmus aufgehoben wird.
aus: verkehrswacht Medien
Service-Center
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Simon Minz
3.11.2011
Als ich einen rot-grünen Essener ohne
politische Ausbildung in der Nähe des Universitätscampus traf.
Huch, das war knapp! Warum haben die Menschen es nur so eilig.
Die Schaltanlage ist schon großzügig eingestellt. Zwanzig Leute
schaffen es gut in den zwei Minuten die Straße zu überqueren.
Ich gebe den Ton an. Besser gesagt ich gebe die Farbe an. Ach,
sie wissen gar nicht wovon ich rede? Pardon, ich habe mich ja
auch noch gar nicht vorgestellt. Heute ist auch besonders viel
zu tun. So viele Menschen! Ja, so ist es richtig! Zügig gehen!
Die Straße ist überquert! Gestatten, mein Name ist Ampelmann.
Ich arbeite hier in der Nähe der Essener Universität nicht weit
vom Campus. Mein Arbeitgeber ist die Stadt Essen, genauer gesagt
das Amt für Verkehrsmanagement. Ja, meine Aufgabe ist an sich
ganz einfach. Ich lebe sozusagen in der Zweifarbenwelt und
arbeite im Zweifarbenrhythmus. Sehen sie mich in roter Farbe,
signalisiere ich allen Fußgängern: „Stehenbleiben und warten!“
Bei Grün geht es etwas sportlicher zu. Es ist Grün! Nicht so
langsam etwas flotter, meine Herrschaften,
Bewegung, Bewegung! Okay. Das war's! Die grüne Phase ist
geschafft. Zwischendrin, wenn bei den Fahrzeugen das leuchtende
Orange erscheint, ist
besondere Aufmerksamkeit angesagt. Die
Autofahrer wollen noch sehr schnell über den Fußgängerüberweg
und die Fußgänger stehen in den Startlöchern. Immer kurz bevor
die Vorlesungen anfangen,
geht’s besonders hektisch zu. Huch, das
war wieder knapp! Etwas früher aufstehen Leute, sonst bekommt
auch noch der Ampelmann einen Schaltungsinfarkt. Keine Sorge
meine Technik ist fest installiert. Zugegebenermaßen, wenn die
Techniker kommen und mir diesen grauen „Nicht-in-
Betrieb-Schoner“ vor die Optik hängen, genieße ich für eine
Weile die Ruhe. Mein Freund Zebrastreifen macht dann einen guten
Job. Frisch gereinigt und neu justiert bin ich dann schnell
wieder in meinem ausgefüllten Programm. Ich liebe diesen
alltäglichen Rhythmus, die netten Gespräche der Passanten, den
duftenden Coffee-to-go, die Blicke, die auf mein, auf
Ampelmanns, Kommando gehorchen. Erscheine ich in Grün, dann
gehen die Leute. Leuchte ich in Rot, dann bleiben sie stehen.
Ganz einfach ist das! Jetzt in der dunklen Jahreszeit sind die
Menschen gut beraten, Reflektoren zu tragen. Viele tun das
schon. Man sieht die Fußgänger einfach besser. Und das ist mir
ja eine Herzensangelegenheit: Keinem Fußgänger soll etwas
passieren! Dafür arbeite ich den ganzen Tag. Rot- stehen
bleiben! Gut gemacht, Leute! Eile mit Weile! Ja, es geht weiter!
Grün- und los! Ich liebe es! Das ist mein Lebensrhythmus!
Neulich habe ich ein interessantes Gespräch mitgehört. Mitte
August haben einige Berliner Kollegen ihr Quartier hier am
Berliner Platz bezogen. Man spricht ihnen Kultstatus zu. Tolle
Typen sollen es sein. Meine Kumpel am Colloseum Theater und
Arbeitsamt hat man in den wohlverdienten Ruhestand geschickt und
die Berliner engagiert. Das ist eine gute Idee. Mit Hut und
dynamischem Gang bringen sie Berliner Flair hier an die Ruhr.
Das ist gut so! Aber die neuen Kollegen aus Berlin als
knollennasig und kurzbeinig zu bezeichnen, das geht ja gar
nicht. Und meine alten Kollegen und mich als hüftsteif und
charakterlos zu titulieren, ist schon sehr undankbar! Wir machen
einen guten Job. Aber soll ich mich ärgern? Dazu habe ich keine
Zeit! Mein Rhythmus geht weiter rotgrün- rot-grün! Nachts lege
ich mich zur Erholung und Energieeinsparung für wenige Stunden
schlafen. Heute ist allerdings Nachtarbeit angesagt. In der Uni
ist ne' Party! Viel Spaß, Leute! ROTGRÜN-ROT-GRÜN...
Beispielbilder:

Quelle:
http://www1.wdr.de/themen/panorama/ampelmann104.html besucht am
3.11.2011

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ampelm%C3%A4nnchen besucht am
3.11.2011
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